Mittwoch, 23. Dezember 2009

Anstelle der üblichen Geschenke

Tue Gutes und rede darüber. Spenden an Hilfswerke sind zweifelsfrei eine gute Sache. Lobenswert, wenn Firmen grosszügige Spenden überweisen. Doch deswegen Kundengeschenke zu streichen, ist meines Erachtens eine schlechte Idee.

Schon vor einigen Jahren haben Firmen damit begonnen, statt ihren Kunden und Lieferanten Geschenke zu schicken, eine Überweisung an eine Wohltätigkeitsvereinigung zu tätigen. Davon betroffene Partner erhalten in der Regel nur noch eine Karte, in der vermerkt ist, dass man anstelle der üblichen Geschenke das Hilfswerk XY mit einer Spende beglückte. Auch wenn es zweifelsohne Empfänger gibt, die diesen Schritt begrüssen, meine ich, es eine schlechte Idee ist.





Wertschätzung
Ein Geschenk zeigt Wertschätzung und weckt Freude. Wenn nicht bewusst, dann sicher unbewusst. Erhalte ich ein Geschenk, freue ich mich, dass jemand an mich denkt, mich für wichtig genug hält, ein Geschenk zu erhalten. Ich werde irgendwann mit dem Absender Kontakt aufnehmen und mich bedanken. Und ich werde vermutlich bemüht sein, den guten Kontakt aufrecht zu halten, die Beziehung zu pflegen. Beim Erhalt einer Karte mit obigem Vermerkt fehlt dieser Effekt. Es besteht darüber hinaus sogar die Gefahr, dass ich mich frage, ob ich dem Absender nicht mehr gut bin für ein Geschenk.

Spareffekt
Kaum eine Firma teilt mit, wie hoch denn die an das Hilfswerk getätigte Spende ist. Es besteht zumindest der Verdacht, dass die Spende kleiner ist als die Summe der Kosten aller verschickten Geschenke gewesen wäre. Damit suggeriert man Grosszügigkeit, weil man spendet, hat im Endeffekt aber Kosten gespart. Das weckt ungute Gefühle.

Erinnerung
Ganz egal, ob es eine Flasche Wein, ein Früchtekorb oder ein Alltagsgegenstand ist: Jedes Mal, wenn ich das Geschenk in die Hand nehme, erinnere ich mich an die Firma, von der ich es erhalten habe. “Ein feiner Tropen, den ich da von der Bank erhalten habe.” Positive Emotionen zu der Firma bauen sich im Unterbewusstsein auf. Ein Grund mehr, weiterhin mit dieser Gesellschaft zusammen zu arbeiten, die Firma bindet mich unbewusst ein bisschen mehr an sich.

Vielleicht findet ein Psychologe noch weitere Gründe oder kennt die Fachbegriffe. Auf jeden Fall halte ich es für eine schlechte Idee, auf die Geschenke zu verzichten. Wenn die Unterstützung eines Hilfswerks einem Unternehmen wirklich wichtig ist, geht das schliesslich auch ohne bei den Kunden zu sparen.

PS: Sogar Google kommt mit der gleichen Masche.

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