Montag, 16. November 2009

Ein Fragezeichen für Red Bull

Wenn freie Menschen sich dafür entscheiden, ein Risiko einzugehen, kann man danach nicht anderen die Schuld zu schieben. Und dass bei Firmen, die ihr Marketing fast ausschliesslich auf Extremes aufbauen, auch mal etwas “schief gehen” kann, liegt in der Natur der Sache. Böse Zungen könnten behaupten, es gehöre zum Plan.

Das Fragezeichen der Woche widme ich Red Bull aber wegen der Kommunikation und dem Verhalten NACH dem Unfall. Bis heute Vormittag stand nichts, aber gar nichts zu Ueli Gegenschatz auf der Schweizer Red Bull-Seite, geschweige denn etwas zum Unfall.

Man mag das unterschiedlich auffassen, mir erschien das jedenfalls als Gleichgültigkeit. Also habe mir die Freiheit genommen und per Kontaktformular nachgefragt: “Warum liest man auf Ihrer Webseite nichts zum tragischen Unfall von Ueli Gegenschatz?” Acht Stunden später kommt die Antwort:


Wir alle hier bei Red Bull sind in tiefer Trauer um Ueli Gegenschatz, der uns für so viele Jahre ein guter Freund war. Daher hoffen wir auf Ihr Verständnis dafür, unsere Kommunikation zu diesem Thema in diesen schwierigen Tagen auf Uelis Familie und seine engsten Freunde zu beschränken.
(gekürzte Aussage)

Anonym, ohne persönliche Signatur. Man scheint tatsächlich nicht kommunizieren zu wollen. Einleuchten tut mir das nicht. Ich versteh’, dass die Angehörigen sich nicht öffentlich äussern wollen. Aber, hey, von einem internationalen Konzern hat man andere Erwartungen als von Hinterbliebenen. Was bei der Familie als verständlich angesehen wird, kann bei einer Firma ein völlig anderes Bild wecken. Das der Gleichgültigkeit, zum Beispiel.

Doch es scheint, ich war nicht der einzige, der so oder ähnlich nachgefragt hat. Denn die Antwort, die eigentlich beinhaltet, dass man nicht kommunizieren wolle, steht mittlerweile wörtlich auch auf der Webseite. Und damit hat man jetzt also doch kommuniziert. Das Mindeste, finde ich. Warum bloss nicht gleich?

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