Sonntag, 20. Mai 2018

SRF Arena: Ehe für alle

Ich habe eben die Arena-Sendung im Replay geschaut und bin echt irritiert wegen einer ganz neuen Erfahrung, die ich gemacht habe.

Solche Sendungen sind ja im Prinzip nur dazu da, dass alle ihre vorgefasste Meinung raustrompeten können und die Zuschauer ihre ebenfalls vorgefasste Meinung bestätigt finden. Der Zuschauer zu Hause hat dann zusätzlich noch die Möglichkeit, sich lauthals über die vorgefasste Meinung des Gegners, der sich über seine eigene, ebenfalls vorgefasste Meinung, auslässt. So weit, so gut.

Heute musste ich aber trotz eindeutiger Tendenz zur Pro-Seite ständig den Kopf schütteln über die unprofessionelle Art von Glauser und Rinderknecht. Gerade als angebliche Medien-Profis sollte man sein Temperament auch mal im Griff haben und wenigstens versuchen, sachlich zu argumentieren.

Einen Gesprächsgegner unterbrechen kann schon zu den Psycho-Spielchen gehören. Aber wenn der mich selbst fast immer ausreden lässt, werden meine eigenen Unterbrechungen entsprechend stärker empfunden und als respektlos und störend eingestuft. Sollte man aber wissen, wenn man schon u.a. Kommunikation studiert hat.

Ob das Rinderknecht-Partnerin Glauser auch Kommunikation studiert hat, entzieht sich meiner Kenntnis. Den Eindruck, dass dem so ist, erweckt sie aber noch weniger als ihre Glamour-Freundin.

Auch wenn ich aus sehr persönlichen Gründen eine Aversion habe gegen konservativ-christliche Einstellungen fand ich die Art der Diskussion von Löffel und Lehmann überzeugender (nicht unbedingt die Argumente, obwohl sich beide bewusst bemühten, keine religiösen Überlegungen einzubringen). In respektvoller Ruhe haben sie ihre Standpunkte vertreten und selbst auf die respektlosen und nervtötenden Unterbrechungen der Jungspunde meistens gelassen reagiert.

Dass ein Löffel als frommer Konservativer eine Glamour-Lesbe niemals wird überzeugen können, hat ja nie jemand ernsthaft erwarten können. Genau so wenig wie umgekehrt. Also bleibt der gegenseitige Anstand und Respekt. Und da gehört dazu: Wenn andere reden einfach mal Fresse halten.

Sowas habe ich echt noch nie erlebt: Meine Meinung ist mit starker Tendenz zu PRO, aber ich sympathisiere den Grossteil der Sendung mit der CONTRA-Seite, weil die PRO-Vertreter einfach nur nerven. Tz tz tz.

Weniger Glamour und mehr Kompetenz würde ich mir da auf der Gästeliste zukünftig wünschen. Und weniger Voreingenommenheit seitens SRF. Das Leihmutter-Märchen war ja wirklich grenzwertig. Steuergeld, Billag-Gebühr und dann macht man indirekt Werbung für ein Verhalten, das in der Schweiz illegal ist mit zwei Typen, die ihre Namen verheimlichen wollen. Schon seltsam, meine ich.


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