Mittwoch, 19. Juli 2017

Kein Grund für Quellensteuer? Doch!

Dass die Steuern direkt bei der Lohnzahlung in Abzug gebracht werden sollen, wird immer mal wieder diskutiert. Zur Zeit grad ein wenig heisser als auch schon. In der aktuellen Ausgabe der Creditreform schreibt Raoul Egeli, deren Präsident, dass eine solche Form der Quellensteuer die Steuerbehörde gegenüber privaten Gläubigern privilegiere. Womit er natürlich recht hat.

Egeli schreibt aber in diesem Zusammenhang, dass es keinen Grund gebe, die Steuerbehörde bevorzugt zu behandeln gegenüber anderen Gläubigern aus der Privatwirtschaft. Begründen tut er das einerseits damit, dass es einem Entzug von Eigenverantwortung gleichkäme, andererseits mit dem Bundesgesetz über Schuldbetreibung und Konkurs, das Steuerschulden gleich den Schulden bei Privatpersonen drittklassig einstuft.

Wenn das tatsächlich gesetzlich verankert ist, müsste natürlich eine Anpassung eben dieses Gesetzes erfolgen, ehe eine Quellensteuer umgesetzt würde. Darüber hinaus teile ich die Meinung von Herrn Egeli aber überhaupt nicht. Es gibt sehr wohl Gründe, die Steuerbehörde bevorzugt zu behandeln. Es gibt sogar ein paar Millionen gute Gründe, und die heissen "Steuerzahler".

Dass Menschen, die nicht mit Geld umgehen können und sich über ihre Verhältnisse hinaus Dinge gönnen und deshalb an der Steuerrechnung scheitern, ist ein Affront gegen alle Schweizer Haushalte, die ihr Budget im Griff haben und pünktlich ihre Steuern zahlen. Denn die sind es letztlich auch, die diese Ausfälle langfristig begleichen müssen.

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