Dienstag, 1. November 2016

Kamera-Drohnen verbieten

Kopterfliegen macht Spass. Dabei filmen und fotografieren zu können aus Perspektiven, die sonst nicht möglich sind, macht noch mehr Spass. Bei so viel Spass ist es naheliegend, dass bald Verbote und gesetzliche Restriktionen kommen. Das war jetzt zwar etwas zynisch, aber ganz unrecht habe ich damit wohl nicht.

Betroffen und damit Taktgeber in Sachen Gebote und Verbote sind im Falle von Kameradrohnen ja vor allem zwei Bereiche: Die Luftfahrt wegen Kollisionsgefahr und Störungspotential und die Datenschützer wegen der Wahrung der Privatsphäre.

Interessant finde ich diesbezüglich ja, dass die Luftfahrt, von der ich am ehesten hartes Durchgreifen erwartet hätte, ziemlich liberale Restriktionen durchgibt, die den Kopterpiloten im Speziellen und den Modellflug-Pilot im Allgemeinen verdankenswerter Weise nur wenig einschränkt. Nämlich meistens da, wo man mit gesundem Menschenverstand vermutlich selber auf die Idee käme, nicht zu fliegen. Gut, ein paar Ausnahmen insbesondere bezüglich der Auslegung gibt es, aber im grossen Ganzen ok.

Die Privatsphärenschützer hingegen drehen scheinbar im Roten, wenn sie nur schon das Wort Drohne oder Kamera-Kopter hören. Am liebsten würde man sie komplett verbannen, was die Datenschützer in Schweden gerade erfolgreich geschafft haben. Klar, ich fände es auch nicht lustig, wenn einer ständig über mein Haus fliegt und ich nicht weiss, wer das ist und warum er es macht. Zweimal ist's allerdings auch schon vorgekommen und ich hab' das als "Testflug" eines Nachbarn gedeutet und als erledigt betrachtet.

Aber sind wir mal ehrlich: Heute hat nahezu jeder Spaziergänger ein Smartphone mit hochauflösender Kamera. Jeder Wanderer, der an einem Haus vorbeigeht, kann die besseren Fotos machen, als eine Kameradrohne. Jeder Sportflieger oder Heli-Pilot, der über mein Quartier fliegt, kann einen Passagier mitführen, der eine höchstauflösende Kamera mit Teleobjektiv bei sich hat und damit Haus für Haus, Garten für Garten, Pool für Pool fotografiert. Und niemand sagt was, niemand kann etwas sagen.

Die paar wenigen Kopterpiloten aber, die vielleicht in ihrer Anfangs-Euphorie mal unbedacht im Quartier fliegen, will man schleunigst verbannen. Beruhigt euch doch: Gerade die, die im Quartier fliegen, werden den Spass am Fliegen bald verlieren, weil sie sich einen Kopter kauften und meinten, damit automatisch die besten Bilder zu machen.

Diejenigen, die den Kopter als Werkzeug sehen und mehrmals die Woche damit fliegen, die werden sicher niemanden im Quartier belästigen. Eines ist nämlich klar: Dein Garten ist verdammt langweilig verglichen mit dem, was man sonstwo an Landschaften aufnehmen kann. Überschätzt also euch, eure Häuser und eure Gärten nicht so.

Übrigens: Ein paar persönliche Gedanken zum Thema Kameradrohne habe ich in meinem neuen Blog Picstory geschrieben.

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