Dienstag, 7. Juni 2016

Transgender und Humor?

Offenbar haben Giaccobbo/Müller mit ihren Sprüchen über Transgender da und dort ins Schwarze getroffen. Muss doch so sein, wenn einerseits das Publikum lacht und anderseits die Betroffenen reklamieren, nicht?

Seit jeher sind mir Gruppierungen höchsten Grades suspekt, die sich humorverhindert zeigen. Da sagt mir mein Bauchgefühl eigentlich: "Da musst du erst recht Witze machen!"

Schon längst war klar, dass so ziemlich jede religiöse Gruppierung nicht nur keinen Spass versteht, sondern auch noch gleich mit Kanonen auf Spatzen zielt, ganze Gesetze anpassen will und mit dem ganzen Aufruhr eigentlich erst recht die Aufmerksamkeit auf die lenken, die sie eigentlich mundtot machen wollte.

Nun, wie gesagt, seit neustem scheinen sich die Transgender offenbar in dieser Schublade auch wohl zu fühlen. Mit ihren Forderungen nach vereinheitlichter und neu kreierter Terminologie wirken sie noch lächerlicher als die bisherigen Besetzer des Spitzenplatzes, die Hardcore-Feministinnen.

Mich regt diese pervertierte Art, politisch korrekt zu sein, so was von auf, aber echt. Als ich klein war, sprach man noch von Negern. Und zwar auch dann, wenn keine abwertenden Gedanken dahinter waren. Ich verwendete als Kind das Wort Neger genauso wenig mit Hintergedanken wie ich Schulweg, Fahrrad oder Baum benutzte.


Heute wird, so viel ich weiss, weder Neger noch Schwarzer oder Farbiger zur Verwendung empfohlen. Jedenfalls unter Journalisten. Alles seien Menschen. Und mit Begriffen wie "Schwarzer" würde indirekt gesagt, dass das "nicht normal" oder "abweichend" ist. Ja, meine Güte, ist es hierzulande halt nun Mal. Und in den meisten afrikanischen Ländern ist es angebracht, von einem Weissen oder einem Bleichgesicht oder einem Käse zu sprechen, weil da halt dunkelhäutige Menschen der Normalfall sind.

Wir machen uns das Leben manchmal schon kompliziert.

Quelle: http://www.nzz.ch/nzzas/nzz-am-sonntag/trans-policy-wegen-giacobbomueller-witz-srf-laesst-sich-sprachregelung-verpassen-ld.86790

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