Sonntag, 12. Juni 2016

Patrouille Suisse: 1 Unfall = sofort abschaffen

Es ist schon unglaublich, wie dümmlich die Schweizer Medienlandschaft (bzw. einige ihrer Exponate) manchmal ist. Da gehört die Patrouille Suisse zu den wenigen Kunstflugstaffeln weltweit, die bis heuer keinen Unfall zu beklagen hatten. Und kaum passiert der erste Zwischenfall in fünfzig Jahren, wird in viel zu prominent platzierten und zu grosszügig vergebenen Kolumnen deren Abschaffung gefordert.

Natürlich, Kunstflug birgt ein gewisses Risiko. Aber das tun Trams in Grossstädten oder Badeanstalten in Flussgewässern auch. Und ich bin mir jetzt gar nicht sicher, welche dieser drei zufällig zusammen gewürfelten Bereiche in der Schweiz in den letzten fünfzig Jahren mehr Tote oder Verletzte gefordert hat. Keiner schreit je nach der Abschaffung von Trams oder Badeanstalten, oder?

Gerade in der Schweiz sind die Sicherheitsanforderungen bei einer Flugshow mittlerweile (zu Recht) so hoch, dass es kaum mehr möglich ist, eine abzuhalten.

Selbst mir als Aviatik-Fan leuchtet es ein, dass nicht jeder gleich viel Freude hat an lauten Düsenjets. Es ist mir auch verständlich, dass manch einer sich daran stört, dass man für etwas wie die Patrouille Suisse ganz viel Geld ausgibt, ob man das eigentlich deren Meinung nach nicht brauchen täte. Aber so ist das nun mal in unserem Ländle. Der Steuerzahler (und ich gehöre auch dazu) investiert auch ganz viel in grosse Konzert-, Opern- oder Theaterhäuser, obwohl ich diese für völlig unnötig halte und der Ansicht bin, dass die rentabel sein oder halt schliessen sollten. Kommt noch hinzu, dass deren Publikum vorzugsweise aus einer Klasse kommt, die auch höhere Ticketpreise verkraften und den Häusern zu mehr Rentabilität verhelfen könnte.

Was ärgern mich Journis, die die Möglichkeit, ihre undifferenzierte persönliche Meinung einfach so einem breiten, zahlenden Publikum kundzutun, so schamlos ausnutzen und nach Belieben zusammenhanglose Ereignisse verflechten. Als ob, wie im oben verlinkten Artikel zwischen den Zeilen behauptet, der Grund der Entstehung einer Kunstflugstaffel heute noch von Bedeutung. Wichtig ist, was sie bietet. Und das ist offensichtlich nach wie vor für viele zehntausend Schweizer und ebenso viele Ausländer pureFaszination und Begeisterung.

Wenn es der Staat schafft, mit Steuergeldern Zehntausende zu begeistern, ist das doch mal lobenswert.






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