Mittwoch, 16. April 2014

Schwach: Das Zelt + Duo Fischbach

Es war 2004, als ich im Zirkus Knie das Duo Fischbach erstmals live sah. Ich war begeistert von den gespielten Figuren, dem Ehepaar, das sich ständig in den Haaren lag. Zehn Jahre später nun, bin ich ich überhaupt nicht begeistert von dem, was mir von 'Das Zelt'  eben diesem Duo geboten wird.

Es fängt damit an, dass mein Bier, das ich am Verkaufsstand im Freien kaufe, wenig über Zimmertemperatur ist. Für einen wirklich warmen Frühlingsnachmittag, deutlich zu wenig gekühlt. Ich tröste mich mit einem zweiten, das ich im Innern des Zeltes kaufe. Herrlich. Ein Auge zudrücken kann ich durchaus. Das halbherzig temperierte Bier ist schnell vergessen.

Enttäuschend wenig später, wie eng die Sitzplätze und -reihen sind. Auch in der Mitte vorne, wo die teuersten Plätze sind. Da will ich gar nicht wissen, wie's an günstigeren Plätzen ausschaut. Wobei, der Verdacht ist da, dass sich die Preiskategorien allein an der Lage und eben nicht an den Platzverhältnisse orientieren. Ich verstehe, dass der Veranstalter geneigt ist, lieber mehr als weniger Zuschauer reinzupacken. Aber für 70 Franken Ticketpreis darf man wenigstens ein paar Zentimeter Kniefreiheit erwarten, meine ich. Nun, mit dem ersten Lachen wird die vorherrschende räumliche Enge schnell vergessen sein, rede ich mir ein.

Die alten, streitsüchtigen Fischbach-Eheleute, die auch privat ein Paar sind, aber noch nicht ganz so alt wie ihre Rollen, kommen auf die Bühne. Und holen eigentlich recht bald das Publikum ab. Es darf da und dort herzhaft gelacht werden. Doch leider nur zu Beginn. Schnell kommen Nummern, die bestenfalls ein Schmunzeln hervor rufen, meist aber nicht mal das. Mir fällt wieder auf, wie wenig ich mich auf meinem Sitz bewegen kann.

Pause. Ich blicke zu meinen Begleitern. Die Blicke verraten es schon, was einer ausspricht: "Ich bin noch nicht gestorben vor Lachen." Das ist eine positive Umschreibung dessen, was eigentlich negativere Worte verdient. Es gibt sie durchaus, die wirklich guten Momente, die einen zum Lachen bringen. Aber sie sind rar. Viel häufiger kommen platte Sprüche und vorhersehbare Pointen. Die musikalischen Einschübe und die theatralischen Darbietungen sind ohnehin Geschmacksache und machen ein passables Theater-Duo auch nicht zur guten Comedy-Nummer.

Letztlich für mich persönlich eine Enttäuschung. Für meine Begleiter auch. Für Freunde älteren Semesters, die wir später am Bahnhof treffen, war es jedoch ein gelungener, unterhaltsamer Abend, wie sie mir kundtun. Vielleicht spielen die Fischbachs nicht nur ihre Rolle als Senioren, sondern auch für Senioren?

>>Das Zelt
>>Duo Fischbach


Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen