Mittwoch, 5. Dezember 2012

So weckt man schlafende Hunde

Besser keine schlafenden Hunde wecken. Damit meint man z.B., dass man besser nicht explizit noch ein Thema anspricht, das sich zu einem Problem entwickeln könnte. Damit könnte man aber auch das meinen, was der Brief eines örtlichen Sportgeschäfts bei mir bewirkt hat, der mit dem folgenden Satz beginnt (nach Betreff und Ansprache):

Trotz allen negativen Meldungen, MBT lebt... und wie!

Man möge mir Mangel an Allgemeinwissen vorwerfen, aber ich hatte bisher keine Negativ-Meldung über MBT vernommen. Doch so ein Satz macht mich natürlich neugierig. Gab es vernichtende Tests? Ist die Firma nicht seriös? Verschiedene Gedanken schwirren durch den Kopf, meine Fantasie ist blühend.

Nach einiger Recherche finde ich heraus: MBT ging Pleite. Vermutlich war das gemeint. So ganz sicher bin ich aber natürlich nicht. Es bleibt ein seltsames Gefühl, ein wenig Skepsis. Und das nur, weil der Einstiegssatz unglücklich gewählt wurde.

Klar, es gibt wahrscheinlich Empfänger dieses Werbebriefes, die von den erwähnten "negativen Meldungen" gehört oder gelesen hatten. Aber die hätte man mit einem positiven Satz, der das negative verschweigt, abholen können, ohne eben schlafende Hunde wie mich zu wecken.

Eine andere Möglichkeit wäre gewesen, die negativen Meldungen nicht nur anzusprechen, sondern auch zu erklären. Damit wären meine Gedankenspiele unverzüglich gestoppt worden.

Jetzt dürft ihr mich kleinlich nennen.



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