Freitag, 26. Oktober 2012

Wie viel darf die Nutzung einer Bibliothek kosten?

Lesen erweitert den Horizont. Man sollte eigentlich mehr lesen und insbesondere den Kindern den Spass am Lesen vermitteln. Das ist zumindest meine persönliche Meinung. Der ideale Weg führt dabei über eine Bibliothek, kann man sich da doch Bücher ausleihen, die einen interessieren, man jedoch nicht kaufen würde. Und überhaupt ist Ausleihen doch viel billiger als Kaufen. Doch wie billig?

Wir haben vor Ort eine Gemeindebibliothek, wie sie wohl viele Schweizer Gemeinden und Städte haben. Sie ist schön gestaltet, hat eine gute Auswahl und zickiges Personal. Letzteres ist ein subjektiver Eindruck aufgrund eines einzelnen Erlebnisses. Also lassen wir das mal beiseite. Obwohl... egal.

Als Pfäffiker bekomme ich da eine Jahresmitgliedschaft für CHF 35. Pro Person. Das betone ich, weil es so ist. Mein Sohn kann damit kein Buch für sich holen. Die Karte ist persönlich. Eigentlich dürfte ich noch nicht einmal ein Buch für meine Frau holen, aber das lässt sich schlecht überprüfen. Ausserdem kann ich mit einer solchen Karte nur Bücher ausleihen. Will ich auch Hörbücher, Musik-CDs oder DVDs, muss ich CHF 65 jährlich abdrücken. Man empfiehlt uns die Jahreskarte für Familien. Kostenpunkt: CHF 145. Notiz am Rande: Für auswärtige Familien kostet selbiges Abonnement CHF 165 jährlich.

Wir fahren mit dem Auto Richtung Südwesten. Gerade mal sieben Minuten. Nach Wetzikon. Da gibt's eine Gemeindebibliothek, wie sie wohl viele Schweizer Gemeinden und Städte haben. Sie ist ok gestaltet, hat eine gute Auswahl und äusserst freundliches Personal. Letzteres ist ein subjektiver Eindruck aufgrund eines einzelnen Erlebnisses. Also lassen wir das mal beiseite. Obwohl... egal.

Ich will's kurz machen: Die Jahreskarte kostet hier CHF 40, auch für Auswärtige. "Und für die ganze Familie?" erkundige ich mich. "Wie meinen Sie, für die ganze Familie?" kommt die Antwort. Es stellt sich heraus: Egal, was wir ausleihen. Egal, wer von uns sich was ausleiht. Es kostet einfach CHF 40 jährlich. Das ist sozusagen die Familienkarte.

Es geht mir nicht darum, die CHF 145 nicht zahlen zu können. Aber etwas in mir sträubt sich, für eine Dienstleistung fast dreimal mehr zu zahlen als nötig, nur weil ich es kann.

Entweder ist Wetzikon viel zu billig oder Pfäffikon zu teuer. Aber eine solch grosse Unterschiede lassen sich wohl nur mit grundlegend anderer Philosophie erklären. Vielleicht muss Pfäffikon selbsttragend sein und Wetzikon sieht's als Kulturauftrag oder so? Vielleicht will Pfäffikon auch beweisen, dass keine Nachfrage nach einer Bibliothek besteht? ;-)

Würde mich interessieren, was ihr, meine zahlreichen (zwei, drei) Leser für eure Bibliothek-Karten zahlt.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen