Montag, 17. September 2012

Die lieben Autoverkäufer

Über die Autoverkäufer könnte man Bücher schreiben. Das gilt ganz besonders für diejenigen, die Gebrauchtwagen verkaufen. Unglaublich, was man erlebt, wenn man auf der Suche nach einer Occasion ist.

Auf der einen Seite habe ich mich natürlich genervt, dass ich ziemlich konkrete Vorgaben an einen Gebrauchten habe, so dass von den vielen Inseraten, die täglich erstellt werden, nur alle paar Tage eines in meinen Suchfiltern hängen blieb. Andererseits macht es aber auch Spass, mit verschiedensten Verkäufern Kontakt zu haben, sie zu beobachten und ihre Tricks zu entlarven.

Fairerweise muss wohl festgehalten werden, dass es sicherlich auch welche gibt, die ohne Tricks arbeiten. Aber die sind wohl etwa so selten wie Sommertage mit Schneefall. Ganz sicher jedoch werde ich einige Tricks nicht bemerkt haben. Darf man ja auch erwarten von einem Verkäufer, der sein x-hundertstes Auto an den Mann bringt. Zumal ich zwar mit offenen Augen bei der Sache, aber natürlich nicht mit allen Wassern gewaschen bin.

Einige Typen (die haben diese Bezeichnung jetzt auch wirklich verdient) praktizieren ihre Tricksereien derart dilettantisch, dass man sich schon wundern darf, dass die überhaupt jemals Erfolg haben.

Sie öffnen just in dem Moment die Türe, um mir einen Blick ins Innere zu gewähren, wenn mein Blick über die Türe schweifen und die Beule entdecken würde. Sie entdecken genau dann, wenn es langsam auf die Preisverhandlung zugeht, dass sie das Fahrzeug zu tief angeschrieben haben und das ändern müssen. Natürlich, mir würden sie ihn noch zum alten, "falschen" Preis geben, aber noch günstiger ginge natürlich nicht, das sei ja schon zu tief. Nebenbei: Das Inserat ist heute noch mit dem tiefen, "falschen" Preis versehen.

Sie öffnen die Heckklappe noch bevor ich hinter dem Auto bin, angeblich um mir zu zeigen, wie viel Platz da drin ist. Es ging natürlich überhaupt nicht darum, die zwei tiefen Kratzer, die über die ganze Heckklappe reichen, zu verbergen.

Am Telefon meinen Sie auf meine ausdrückliche Frage, ob an Karosserie und Lack besondere Schäden wären, dass das Fahrzeug in einem wirklich guten Zustand sei. Vor Ort sehe ich Spaltmasse, die nicht mal ein Trabi aus den 60ern hätte, geschweige denn ein fünfjähriger Gebrauchtwagen.

Schliesslich habe ich entschieden: Das Auto mag noch so toll sein, ich kaufe nur, wenn der Verkäufer mein Vertrauen gewinnen kann. Basta.

Kommentare:

  1. Da hast du vollkommen recht.
    Ich würde es mir ein bisschen einfacher machen und nähme meinen Sohn, den Automechaniker mit. ;-)

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  2. Ja, das ist natürlich die optimale Lösung. Mein Sohn hat mit zwölf Jahren noch verhältnismässig wenig Ahnung von Autos bzw. ihrer mechanischen Funktionsweise.

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