Montag, 19. Dezember 2011

Einkaufen

Ich grabsche einen Zweifränkler aus dem Portmonee und befreie damit einen Einkaufswagen von seiner Kette. Für eine halbe Stunde gehört er mir. Dann steuere ich Punkt für Punkt die Stationen an, die in Form von Namen auf meiner Liste stehen.

Die gefundenen Artikel ergreife ich, stelle sie in den Einkaufswagen. Damit ich sie kurz darauf erneut anfassen und auf das kleine Förderband bei der Kasse legen kann. Um sie gleich darauf ein drittes Mal in die Hände zu nehmen und in der Tasche zu verstauen. Um sie nach kurzer Fahrt schon wieder in Händen zu halten, aus der Tasche zu nehmen und zu verstauen. In Kühlschrank, Vorratskeller, Gewürzregal.

Wo sie dann warten, bis sie jemand ergreift und auf den Tisch stellt. Vielleicht noch kurz schälen, waschen, öffnen, kochen. Dann werden sie ein letztes Mal direkt oder indirekt Kontakt haben mit jemandes Händen, die sie für immer verschwinden lassen im Munde des Essers.

Eine Reise mit erstaunlich vielen Etappen. Und das war ja nur ab da, wo die Artikel im Verkaufsregal stehen.

Irgendwer musste die ja vorher da hingestellt haben. Und sie vorher aus dem Lager geholt, vom Lastwagen geladen, in den Lastwagen geladen, aus dem Hauptlager geholt...

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