Donnerstag, 1. Dezember 2011

Alltag ohne E-Mails

Atos hat 18'000 Mitarbeiter weltweit. Und Atos will sich von E-Mails verabschieden, zumindest wenn's um den Informationsaustausch im internen Alltag geht. Wow!

Das war mein erster Gedanke. Denn wie Atos richtig erkannt hat, ist das Bewältigen von E-Mails ein extrem grosser zeitlicher Aufwand, den auch ich täglich vor mir habe. Ein Berg, den erst erstmal abzubauen gilt. Und erst dann, so scheint es, kann man sich dem 'daily business' hingeben. Stimmt natürlich nicht ganz, ist doch das, was per E-Mail reinkommt mitunter eben genau mein 'daily business'.

Trotzdem sind die ganzen E-Mails schon irgendwie eine Belastung. Wenn ich mir an manchen Tagen abends den GESENDET-Ordner anschaue und die Anzahl Mails darin zähle, dann wird mir halbschlecht. Ich bin selber mitverantwortlich, dass da draussen tonnenweise E-Mails rumschwirren. Ich bin ja nicht besser. Ohne geht's offenbar nicht.

Umso spannender, wenn ein Weltkonzern wie Atos meint, dass es eben doch ohne geht. Allerdings spricht man da erst mal nur (nur?) von den internen E-Mails, die abgeschafft werden sollen. Ein, wie ich finde, löblicher Ansatz. Die Frage ist nur, können Instant Messenger, Chats, Social Networks und anderes denn, wie von Atos geplant, einen ernsthaften Ersatz bieten? Ich bezweifle es.

Denn mit dem Wechsel von E-Mail zu Instant Messenger oder Telefon wird die Erwartungshaltung geweckt, dass man immer und überall zur Verfügung steht. Eine E-Mail kann ich dann lesen, wenn ich die vorherige Arbeit abgeschlossen habe und bereit bin. Ein Chat oder Telefon wartet nicht auf diesen Moment, ich werde aus der Arbeit gerissen, muss später wieder den Einstieg finden, habe unnötigerweise mehrere direkt zu bearbeitende Pendenzen offen.

Was mich betrifft bin ich mir sicher, dass das der Effizienz merklich schadet. Insofern bin ich froh, hat mein Arbeitgeber die internen E-Mails (noch?) nicht verboten. Auch wenn mich die vielen internen Mails stören oder belasten, sie sind mir immer noch lieber als wenn ich stattdessen die gleiche Anzahl Telefongespräche oder Chats führen müsste.

Selbstverständlich nutze ich selber auch das Telefon. Sehr rege sogar. Aber eben nur für Dinge, die jetzt gleich sein müssen, die nicht warten können. Und natürlich auch dann, wenn ein persönlicher Kontakt sinnvoller ist.

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