Montag, 13. Dezember 2010

Von geschlossenen Bahnschranken

Eisenbahn und Automobil, zwei Verkehrsmittel, die man auseinander halten sollte. Leider lässt es sich nicht verhindern, dass sie sich da oder dort über den Weg "laufen", sich kreuzen. Dem sagt man dann im Idealfall Unter- oder Überführung. Im schlechtesten Fall nennt man's Bahnübergang. Die schlimmsten Gattungen sind die mit Schranken, denn sie nehmen dem Automobilisten die Freiheit, zu entscheiden, ob man die Schiene noch überquert oder ob man den bereits sichtbaren Zug besser erst passieren lässt.

Als die Bahnübergänge erfunden wurden, fuhren die Züge einmal, bestenfalls mehrmals täglich. Da war die Chance klein, eine geschlossene Schranke anzutreffen. Heute fahren die Züge mehrmals stündlich. Die Chance ist klein, eine Schranke offen anzutreffen. Einige Schranken sind gefühlt länger geschlossen als offen. Einige aber auch tatsächlich.

Eine Schranke ist, meinen subjektiven Messungen zufolge, ca. drei Minuten pro durchfahrenden Zug geschlossen. Bei einem Zug in jede Richtung pro halbe Stunde macht das bereits zwölf Minuten pro Stunde, also einen Fünftel der Zeit. Beim Zürcher S-Bahn-Netz bedeutet dieses Verkehrsaufkommen aber lediglich die Durchfahrt einer einzigen Linie. Lustiger wird's bei Ortschaften, durch die mehrere Linien fahren.

Kommen zum Beispiel drei Linien im Halbstundentakt vorbei, bedeutet das, dass der Bahnübergang bereits mehr zu als offen ist (drei Linien je 30min in beide Richtungen macht zwölf Durchfahrten). Ich habe es allen Ernstes schon erlebt, dass zwischen zwei Schliessintervallen gerade mal vier Autos vor mir durchfahren konnten.

Ich verstehe echt nicht, warum ich zwei Minuten vor der geschlossenen Schranke stehen muss ehe überhaupt mal ein Zug kommt. Das ist eine Frechheit. So, wie es das untenstehende Video zeigt, müsste es sein. Noch ein, zwei Sekunden zusätzlich, so als Sicherheitsmarge, wär' auch ok.




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