Freitag, 17. Dezember 2010

Cloud-Services: Mehr Risiko als Nutzen

Notizen speichern wir bei Evernote und Memonic. Unsere Fotos sind bei Flickr oder Facebook. Und wenn es nach den Plänen verschiedener IT-Unternehmen geht, dann laufen auch bald alle unseren Programme auf fremden Servern. Das hat ganz viele Vorteile. Aber nicht nur.

Eigentlich würde ich meine Fotos gerne auslagern und damit Gigabytes an Speicherplatz freischaufeln. Denn ich schränke mich ungern ein was die Auswahl an Fotos anbelangt, anderseits habe ich auch keine Lust, deswegen neue Festplatten zu kaufen. Und ich greife nicht täglich auf meine Fotos zu. Ein Upload zu Flickr und das File lokal löschen, so sähe die theoretisch optimale Lösung aus. Allein eine Frage, die mich von dieser Lösung bislang abhielt: Wer sagt, wie lange es Flickr in dieser Form oder überhaupt noch gibt?

Klar, es wäre zu hoffen, dass ein Ende von Flickr genügend lange voraus angekündigt würde, so dass man seine Bilder noch downloaden könnte. Garantieren kann das aber keiner.

Wenn ich Flickr (es gibt wohl auch andere, die sind mir aber unbekannt) meine Bilder überlassen soll, dann braucht das Vertrauen. Etwas, das zum Beispiel Facebook bei mir nicht hat. Denn auch da könnte man seine Bilder archivieren. Aber bei der Anzahl von Umstellungen im Security-Bereich, die die hatten, traue ich denen nicht mehr. Ich will schon gerne immer die Möglichkeit haben, zu bestimmen, wer meine Bilder sehen darf.

Leider ist auch das Vertrauen zu Yahoo, der Eigentümerin von Flickr, gerade am Bröckeln. Denn wer die vergangenen Jahre seine Bookmarks dem Yahoo-Dienst Del.icio.us anvertraute, hat jetzt ein Problem. Der Dienst wird nämlich eingestellt. Etwas, das ich nicht verstehe. Del.icio.us war meines Wissens kostenlos, konnte also von Beginn an gar nie rentieren. Somit kann das ja auch nicht der Grund für die Einstellung sein. Aber was auch immer der Grund war, Yahoo tut sich und der Branche keinen Gefallen, indem sie Online-Services einfach abstellen.

Mein Vertrauen gegenüber jeglichen Cloud-Lösungen wächst so ganz bestimmt nicht über das ohnehin schon bescheidene Mass aus.

Kommentare:

  1. Nicht immer wird ein Ende frühzeitig angekündigt. Der Bildhoster Digital Railroad stellte den Betrieb innert 24 Stunden ein. Da hatten dann einige Fotografen plötzlich das Problem, innert kürzester Zeit Gigabytes an Daten herunterzuladen und zu sichern

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  2. Echt, 24 Stunden? Krass, das ist ja gleichbedeutend mit "ohne Vorwarnung". Aber das bestätigt eigentlich die "Ängste", die ich schildere. Angenommen, Flickr würde nur schon innert Wochenfrist schliessen... Boah...

    Wie handhabst du die Sache denn? Immer eine Kopie auf dem eigenen Rechner wahrscheinlich, oder?

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