Freitag, 29. Oktober 2010

iLife 11 und die grosse Enttäuschung

Normalerweise gehöre ich zu denjenigen, die ein Programm oder ein Software-Paket so lange haben, bis sie einen neuen Computer kaufen. Bei iLife 11 habe ich eine Ausnahme gemacht. Den Grund dafür kann ich nicht einmal sagen, vermutlich hat mich die Trailer-Funktion in iMovie doch zu sehr gelockt. Und jetzt bin ich enttäuscht. Bitter enttäuscht sogar.

Der erste Eindruck ist wohl für mancher ein Wow-Erlebnis. Denn ich lüge nicht, wenn ich behaupte, dass mich der nachfolgende Videoclip keine fünf Minuten Zeit gekostet hat. Wenn man sich das Resultat erst am Ende anschaut, geht's sogar in einer oder zwei Minuten. Das sieht doch schon mal gut aus, oder? (Video weiter unten)




Ja, tut es. Aber nur für die, die zum ersten Mal einen Trailer aus iMovie sehen. Apple hat der Software nämlich nur gerade mal fünfzehn Trailer-Themen spendiert. Und die Möglichkeiten, diese individuell anzupassen, sind nahezu null. So erkennt man einen mit iMovie erstellten Trailer schon nach wenigen Sekunden. Und natürlich will jeder das gleich mal ausprobieren. Vermutlich finden sich schon jetzt Dutzende oder gar Hunderte von iMovie-Trailern auf YouTube.

Wer aber den Anspruch hat, beim Videoschneiden auch nur ein winziges bisschen kreativ zu sein, der will alles, nur nicht, dass sein  Trailer genauso aussieht wie 2'491 andere auf YouTube. "Ah, hast du auf iMovie gemacht, oder?" ist dann eher die Reaktion der Zuschauer als "Hey, cool gemachter Trailer, bravo!" Was will man lieber hören?

Ein Programm wie iMovie soll meines Erachtens helfen, kreativ zu sein. So gesehen hat Apple mit der Trailer-Funktion in der heutigen Form eher zur Kreativ-Verdummung beigetragen. Da müssen entweder sofort ganz viele Möglichkeiten rein, die Trailer-Geschichte zu individualisieren, oder das Feature ist für die Katz' und macht aus iMovie ein Kinderspielzeug.

Kommentare:

  1. Das ist wohl fast immer das Problem mit solch automatisierten Funktionen. Ist doch dasselbe, wie mit Powerpoint-Präsentationen. Die sehe auch alle irgendwie gleich aus. Genauso wie man einem Grossteil der mit dem CMS Joomla erstellten Seiten ihre Herkunft auch ansieht... Hoffen wir, dass es bald eine Vielzahl von Templates zum nachinstallieren geben wird.

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  2. Genau. Nur bieten Joomla, WordPress oder auch PowerPoint zumindest die Möglichkeit, nahezu unbeschränkt zu Individualisieren. Ich kann keine Szene mehr oder weniger, oftmals keinen Namen mehr oder weniger einfügen. Oder ein zusätzliches Geräusch. Oder den O-Ton ein-/ausblenden. Ehrlich gesagt, ich find's eine lächerlich Kindernummer mit Super-Resultat. Unbrauchbar.

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  3. und wann kommt die kino version? ;-)

    also der trailer sieht ja schon mal echt nicht schlecht aus!

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  4. @falki
    Die Kinoversion wird warten müssen, hab' da noch ein Problem mit der Finanzierung. Das Sennentuntschi hat alles Geld weggefressen...

    Sag mir mal etwas, das du am Trailer ändern würdest, damit er von "nicht schlecht" auf "echt gut" käme.

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  5. für uns berner ist ein nicht schlecht genau soviel wie ein echt gut...

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