Mittwoch, 15. September 2010

Software: Kaufen oder mieten?

Noch vor wenigen Jahren war es klar: Wenn man eine kostenpflichtige Software nutzen wollte, musste man eine Lizenz kaufen. Die war grundsätzlich zeitlich unbeschränkt. Lediglich Versionswechsel konnten mittel- oder längerfristig dazu führen, dass man erneut zur Kasse gebeten wurde.

Unterdessen findet eine Art Strategiewechsel statt: Für die Software wird desöftern eine Jahresgebühr statt eines einmaligen Betrages verrechnet. Ich tue mich schwer damit.

Wer aber damit leben konnte, dass seine Software nicht mehr die neuste war, konnte früher auch Jahre nach dem Lizenzerwerb noch mit der Software arbeiten. Ich habe das verschiedentlich getan. So habe ich die vor fast zehn Jahren gekaufte Mindman-Lizenz erst wegen dem Wechsel auf Mac nicht mehr nutzen können.

So gesehen hat sich ein Lizenzkauf bei mir natürlich gut amortisieren können während ich für die Software-Industrie ein eher schlechter Kunde war. Manchmal habe ich deshalb den Eindruck, die Tendenz, vermehrt auf Jahresabos statt Einmalbeträge zu setzen, wäre nur wegen Kunden wie mir entstanden.

Grundsätzlich kann man die Rechnung einfach machen: Wieviel kostet eine Software einmalig und wie lange setze ich sie voraussichtlich ein ehe ein Upgrade gekauft werden muss? Wie hoch kommt es mich zu stehen, wenn ich für diese Zeit den geforderten Jahresbetrag zahle. Ich vermute, am Abo verdienen die Entwickler grundsätzlich mehr. Auf jeden Fall aber stetiger.

Auf der anderen Seite muss ich natürlich gestehen, dass die Abo-Abrechnung eher dem Verursacherprinzip gerecht wird: Ich nutze, also zahle ich. Höre ich auf zu nutzen, kann ich auch die Gebühr sparen. Dem Entwickler hingegen gehen die Einnahmen von passiven Nutzern eher verloren während beim Lizenzkauf "up front" der Gesamtbetrag beglichen wurde, unabhängig davon, ob der Nutzer schon kurz darauf aufhörte, die Software zu nutzen.

Ich glaube, es geht bei mir auch mehr um Emotion als Finanzen: Etwas, das als Abo läuft, hab' ich einfach nicht gleich im Griff wie etwas gekauftes. Was, wenn ich in einigen Jahren die Abo-Gebühr für ein Mindmap-Tool längst nicht mehr zahle und deswegen die früher erstellten Dateien einfach partout nicht mehr einlesen kann? Soll ich dann wieder eine Abo-Gebühr zahlen, nur um mal eben einen Blick in die alten Files zu werfen? Und was, wenn es den Dienst irgendwann nicht mehr gibt, ich aber noch Daten damit verarbeiten sollte?

Was wäre, wenn Flickr plötzlich den Schirm dicht macht und ihr den Dienst benutzt habt, um eure Fotos auszulagern?

Wie seht ihr das denn so?

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