Montag, 30. August 2010

Wie kommt es eigentlich...

...dass in Livermore eine Glühbirne seit 109 Jahren ununterbrochen brennt, während die Dinger bei mir alle gefühlten zwei Wochen futsch gehen?

Das würd' mich mal brennend interessieren.

Kommentare:

  1. Hoi..

    angelblich ist es eine der ersten "Edisonbirnen" mit Wolframdraht anstatt verkohltem Bambus. Ausserdem wird die Birne nicht mit 110V, sondern mit deutlich geringerer Spannung betrieben, was die Lebensdauer exorbitant maximiert.

    Bei Dir ist es eben anders herum. Das Phöbuskartell (heimliche Vereinigung der Leuchtmittelhersteller mit ehem. Hauptsitz in der Schweiz siehe http://de.wikipedia.org/wiki/Ph%C3%B6buskartell) reduzierte bereits 1924 die Brenndauer von in Europa zugelassenen Glühbirnen auf 1000 Brennstunden bei 220 V.

    220V? Wir haben doch 240 Volt!! Richtig! In den 80-Jahren wurde die Nennspannung von 220V auf 240V angehoben. "Normale Verbraucher" macht die um 4.5% höhere Spannung nichts aus. Lediglich der Energieverbrauch steigt um durchschnittlich 9% (!!!!). Schlechter sieht es bei Glühlampen aus; denn eine höhere Betriebsspannung verkürzt die Lebensdauer drastisch! Wenn Du die Glühbirne nun in Aussenbereichen verwendest, kommt hinzu, dass die Nennlebensdauer (falls es diese noch gibt) bei 20 Grad Raumtemperatur angegeben wird. Ist es draussen kälter, so lebt der Glühfaden dafür weniger lang, da durch den schnellen Temperaturwechsel der Glühfaden an der Sollbruchstelle (gibt es wirklich) durchbrennt. Häufiges Schalten minimiert die Lebensdauer zusätzlich.

    http://de.wikipedia.org/wiki/Nennspannung

    siehe auch Lebensdauer (Grafik):
    http://de.wikipedia.org/wiki/Gl%C3%BChbirne

    Angeblich gibt es das Phöbuskartell nicht mehr. Aber einen Gegenbeweis gibt es auch nicht. Sicher ist, dass Energieversorger und Leuchtmittelhersteller schon seit Anbeginn des Stromes in einer engen geschäftlichen Beziehung stehen. Als damals die Wolframglühbirne deutlich günstiger zu produzieren war, als die Kohlefadenlampe, wollte die Energiewirtschaft die Glühbirne nicht vermarkten. Allerdings stellte man schnell fest, dass die billigere Wolframlampe a) länger brannte und b) eben billiger war und so den Siegeszug des "ungefährlichen" Lichtes im Vergleich zur damals üblichen Gasbeleuchtung beschleunigte.

    Wenn man nun 1+1 zusammen zählt, so wird einem eventuell der Grund klar, wieso die ökologisch saubere Glühlampe durch die ESEL (ESL = Energiesparlampe) Europaweit durchgesetzt wurde, obwohl die ESEL in China und Fernost produziert wird, es keine Gesamtenergieberechung (zumindes öffentlich, auch "graue Energie" genannt) dafür gibt, Quecksilber, was schon seit einem Jahrzehnt in Europa verboten ist, so wieder in Europa's Haushalte ankommt, die Entsorgung nicht gewährleistet ist (ESL ist Sondermüll!) etc.

    Vielleicht weisst Du nun, warum Deine Glühbirne zum Tode verurteilt ist? Dabei wärmt sie uns doch sogar im August 2010 bei 10 Grad Aussentemperatur.

    Gruss Peter

    AntwortenLöschen
  2. Jetzt muss ich erst mal leer schlucken. Bist du Glühbirnenspezialist oder so? Woher weiss man... woher weisst du das alles?

    AntwortenLöschen
  3. Es ist ganz einfach, man hat sich mal auf ca. 2000 Stunden Lebenszeit abgesprochen. Siehe auch Glühbirnenkartell

    AntwortenLöschen