Freitag, 27. August 2010

Robert Littell: Die kalte Legende

Der Roman hat 2007 den deutschen Krimipreis in der Kategorie "Internationale Thriller" erhalten und die KrimiWelt bezeichnete ihn als "Meisterwerk des Agententhrillers". Das ist ziemlich vielversprechend. Und weil ein Falt auf der Coverseite vorhanden war, gab's das Taschenbuch für nicht einmal fünf Euro. Zuschlagen, klar. Ich wurde nicht enttäuscht.

Die Geschichte handelt von einem ehemaligen CIA-Agenten, der mittlerweile als Privatdetektiv arbeitet. Sein Gedächtnis ist ziemlich durcheinander und er weiss selber nicht mehr, welche der vielen Personen, die er in seinem Agenten-Leben schon gespielt hat, seine richtige ist. Durch einen scheinbar ganz normalen Auftrag gerät er tiefer in die Vergangenheit, als ihm lieb ist.

Der Autor hat die Verzweiflung, mit der die Hauptperson mit seinen verschiedenen Persönlichkeiten konfrontiert wird, sehr schön und anschaulich in die Geschichte verpackt. Verschiedene Rückblenden gewähren dem Leser schrittweise Einblick in die sogenannten Legenden, in denen der Hauptakteur "zu Hause" ist. Allerdings sind es genau diese Zeitsprünge, die schon ein Mass an Konzentration erfordern. Schnell überliest man die Zeitangabe im Kapiteltitel und ist sich nicht mehr sicher, was jetzt Vergangenheit und Gegenwart ist.

Weil Littell darauf verzichtet, seinen Figuren allzu viel Detailtiefe zu geben, werden dem Leser die seitenweise Personenerklärungen erspart, die man zum Teil von anderen Autoren kennt. Die Kehrseite der Medaille: Man muss sich hier und da schon bemühen, um einen Bezug zu den verschiedenen Personen zu bekommen. Und mehr als einmal habe ich schlicht den Überblick darüber verloren, wer jetzt wer ist und in welcher Funktion er oder sie tatsächlich steckt.

Die Geschichte geht einfach einen kleinen Tick zu schnell voran. Fast schon als hätte man den Leuten, die das Buch verfilmen, das Lesen etwas vereinfacht. Vielleicht wollte Robert Littell auch einfach zu viele Ideen in eine Geschichte verpacken? Nun, lieber so als umgekehrt, sind wir ehrlich.

Der Charme dieses Romans sind die zahlreichen Puzzle-Stücke, die sich nach und nach zu einem gesamten Bild zusammen setzen. Und so einige Male staunt man erfreut, dass nicht alles so komplett vorhersehbar ist.

Den Namen Robert Littell wird man noch desöftern auf meiner Lektüre-Liste finden. Definitiv. Und wenn diese Geschichte mal verfilmt wird, dann darf ich den Film keinesfalls verpassen.

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