Samstag, 13. Juni 2009

Fast Food-Erkenntnisse

Es war mir lange zu trivial. Doch mittlerweile haben sich die Beispiele in einem Ausmass gesammelt, bei dem das Verlangen nach einem Blog-Beitrag sich nicht weiter unterdrücken lässt. Dabei ist es eigentlich erstaunlich, dass in der grössten Fast Food-Kette überhaupt noch soviel Gesprächsstoff gesammelt werden kann. Denn die Kette mit dem gelben M scheint tunlichst auf ihren Wiedererkennungswert zu achten. Das fängt beim gelben M an, geht über den grinsenden Clown, der Menü-Auswahl und der Kücheneinrichtung bis zur Uniform der Angestellten.



Trotzdem gibt es noch Bereiche, die durchaus von Filiale zu Filiale unterschiedlich sein können. So heisst der C.B.O. zwar überall C.B.O., enthält aber (scheinbar) manchmal “Chicken”, manchmal “Cheese”. Und die Dame um die 60 neben mir gibt sich redlich Mühe, die drei Buchstaben auf Englisch auszusprechen. Der junge Herr hinter der Kasse hat aber schon Mühe, CBO korrekt auf Deutsch zu sagen, geschweige denn Englisch zu verstehen.

Bis man überhaupt “CBO” sagen kann, steht man eine Weile an. Und wechselt dreimal die Reihe, weil jene vermeintlich schneller vorwärts geht. Dabei entwickelt sich die Erkenntnis, dass jede Reihe schneller ist als die eigene. Und zwar auch dann, wenn man in eben eine solche schnellere wechselt. Dass die M-Kette eine Unmenge an “L-Personal” (Lernende, Praktikanten, was weiss ich) beschäftigt und diese eben für eine Bestellung doppelt so lange brauchen, macht die Warterei nicht angenehmer. Warum verwenden die nicht das Ticket-System, das die Nummer anzeigt, die jetzt bestellen kann? Dann könnte man sich wenigstens setzen zum Warten.

Eine weitere Erkenntnis: “Das ‘fast’ in ‘Fast Food’ bezieht sich nur auf’s Essen verschlingen, nicht auf’s Essen erhalten.”

Ohnehin ein Rätsel, wie man es schafft, einerseits das Produkteangebot dermassen zu standardisieren und zu beschränken, anderseits immer noch soviele Fehler bei der Bestellaufnahme machen kann. Und auch in äusserst prozessabhängigen Unternehmen lassen sich auf Anhieb noch Verbesserungsmöglichkeiten feststellen. Heute wird zwar mittlerweile erst kassiert, dann serviert, während früher noch das Essen kalt wurde bis das Geld den Besitzer wechselte. Doch auch heute noch wird immer mal wieder erst das warme Essen (Pommes, Burger, Chicken) aufs Tablet gestellt und erst dann das Getränk rausgelassen. Wertvolle Sekunden für ein ohnehin selten heiss serviertes Essen. Noch lieber sind mir die Vögel, die mir zum Beispiel die Pommes servieren und mich dann darauf hinweisen, die Chicken Nuggets gleich zu bringen. Selten kommen die dann bevor ich nahezu alle Pommes gegessen habe. Noch seltener kriege ich unaufgefordert eine neue warme Portion Pommes.

In den Mäc, so muss ich mir eintrichtern, geht man nur unter folgenden Bedingungen:


  • Es stehen keine oder kaum Leute an.
  • Es sind kaum Kinder, schon gar nicht Kinder-Geburtstags-Meuten erkennbar.
  • Es stehen nicht schon zehn Pommes-Portionen (seit weiss ich wie lange) bereit.
  • Wenn schon Burger bereit stehen, bestelle etwas anderes. Denn die sind mit grosser Wahrscheinlichkeit nicht mehr wirklich warm.
  • Es ist egal, wenn ich in zwei Stunden schon wieder hungrig werde.

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