Dienstag, 6. Januar 2009

Windows Mobile bald Vergangenheit?


Die Autoindustrie zeigt uns seit Monaten eindrucksvoll vor, wie schnell sich scheinbar unbesiegbare Riesen quasi selbst zerbröseln. Die Banken haben’s auch schon bewiesen und vor zehn Jahren hätte kein Mensch geglaubt, dass die Swissair je würde hopps gehen. Genau so wie heute kaum einer eine Zukunft ohne Microsoft sieht. Doch zumindest im Mobile-Bereich könnte der Zug schon bald ohne den Betrieb aus Redmond abdampfen.
Windows Mobile ist als Betriebssystem für Smartphones / PDAs längst völlig überholt. Ohne Anpassungen seitens Gerätehersteller liessen sich die Applikationen nur mit einem Stift bedienen. Lächerlich, heute sind die Bildschirme so gross und gut, dass man bequem mit dem Finger arbeiten könnte. Doch Microsoft hat’s verpennt.
Nun kommen die ersten Android-Geräte auf den Markt, basierend auf dem gleichnamigen Betriebssystem von Google. Das ist, im Gegensatz zu Windows Mobile, kostenlos. Die Gerätehersteller sparen also Lizenzgebühren. Und das wohl nicht wenig. Selbst der bisher grösste Windows Mobile-Gerätebauer HTC kündet bereits weitere Android-Geräte an. Der Anfang einer Wende?
Zur Zeit noch auftretende Kinderkrankheiten bei Android können es nicht aufhalten. Ist die Sympathie auf dem Markt erst mal gewonnen, geht’s im Sauseschritt. HTC spricht jetzt schon davon, dass Android Windows Mobile das Leben schwer machen wird. Wenn nun Android sogar auf einem Netbook zum Laufen gebracht werden kann, spricht das auch für einen baldigen Verdrängungskampf.
Aber vielleicht gehört das zur Strategie von Microsoft. Denn dafür, dass die sich als OS-Lieferant aus dem Mobile-Bereich zurück ziehen wollen, spricht nicht nur die lahme Entwicklung, sondern auch die Tatsache, dass Microsoft offenbar selbst nicht an sein Betriebssystem glaubt. Anders ist es wohl nicht erklärbar, dass eine Applikation, die sehr wohl für Windows-Geräte geeignet wäre, nur für das iPhone entwickelt wird. Lachhaft.
Microsoft muss entweder gewaltig Gas geben (und längst überfällige Bugs endlich beheben) oder wir werden bald von früheren Zeiten reden, in denen Microsoft sogar noch Betriebssysteme für Mobilgeräte entwickelte.

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