Samstag, 3. Januar 2009

Swiss Date


Wer eine Frau in seinem Haushalt hat, kommt nicht darum herum. Früher oder später wird er sich auch mal vor die Glotze setzen müssen und Swiss Date schauen. Ihr wisst schon, die Show, in der sich verkupplungswillige Kandidaten allein aufgrund dreier Fragen bzw. deren Beantwortung für ein Opfer entscheiden. Doch der Schein trügt. 
Werden die Kandidaten nach ihrer Wahl jeweils gefragt, was den Ausschlag für diese Wahl gewesen sei, kommen Antworten wie: Seine Augen hätten geflunkert. Die Ausstrahlung. Ihr Lächeln, ihre Haare. War mir auf Anhieb sympathisch.
Merkt ihr etwas? Fast nie werden die Fragen bzw. die Antworten angegeben. Was heisst das? Man könnte sie getrost streichen. Der Mensch erzählt gerne von inneren, entscheidet aber immer nach äusseren Werten. Mit dem Streichen der Fragen würde die Sendung nicht nur kürzer, sondern auch weniger langweilig.
Ich hab’ mir die herzige Sendung schon ein paar Mal angetan, weil ich mich so herrlich über die dämlichen Antworten aufregen kann. Mit dem Humor eines Buchhalters beim Jahresabschluss bringen sie Sätze hervor, denen man selbst mit ausgeschalteten Lautsprechern anhört, dass sie hundertmal einstudiert wurden. Natürlich, es gibt Ausnahmen. Etwa alle vier Wochen eine.
Aber jetzt kommt Swiss Date für einmal in eine Phase, in der es auch die Männlein der Schweizer Haushalte vermehrt interessieren könnte. Für die nächsten Wochen wird nämlich anstelle der Verkupplung ein Casting ausgestrahlt. Ein Casting, im Rahmen dessen man einen Nachfolger für Joel Gilgen, den bisherigen Moderator, zu finden hofft. Und wie die grossen Schweizer Fernsehsender macht man das so, wie man’s in Deutschland gesehen hat.
Drei Jury-Mitglieder hinter einem Tisch, davor die “Performance-Fläche”, auf der die Kandidaten ihr Können zeigen müssen. Und damit sogar das Casting für einen Swiss Date-Moderator einigermassen unterhaltsam bleibt (denn in Wirklichkeit muss der ja Sendung für Sendung immer das Gleiche sagen), lässt man offenbar die Möchtegerns sogar singen. Das kann ja heiter werden.
Es würd’ mich nicht mal überraschen, wenn es jeweils auch einen “Leider Nein”-Zusammenschnitt gäbe. Ricola, Rivella und Sugus haben die Schweizer erfunden. Alles andere kopieren wir.

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