Samstag, 6. September 2008

Weg von Web 2.0?

Das sogenannte Web 2.0 mit seinen interaktiven Applikationen ist verlockend. Unzählige Games, Funktionen und Tools mit ebenso vielen dafür notwendigen Accounts haben fast alle schon mal testweise oder regelmässig benutzt. Einige Dienste sind hochgradig süchtigmachend. Ist man mal soweit, investiert man schnell eine Stunde täglich, die man natürlich nicht andersweitig einsetzen kann. Wenden sich deswegen nun die ersten Benutzer wieder davon ab?
Man lädt nicht mehr nur Fotos hoch um sie anderen zu zeigen; mit Flickr können andere interaktiv reagieren, kommentieren, Notizen ins Bildeinfügen, ähnliche Fotothemen zu Gruppen zusammenschliessen oder Bilder auf Mini-Visitenkarten bestellen. Persönliche Koordinaten werden nicht mehr als Email-Visitenkarte verschickt; mit Xing, Facebook und anderen Diensten ist man ständig darüber informiert, ob jemand seine Stelle oder seinen Wohnort wechselt, gerade Fotos aus dem Urlaub hochgeladen hat oder jemanden meiner Freunde kennen gelernt hat. Sehr schön. Und sehr zeitaufwändig, denn die Updates muss man selber lesen, die werden einem (noch?) nicht im Schlaf übermittelt.
Das ist der Grund, weshalb sich Jeremy von TKKG gerade eben von nahezu allen Web 2.0 Diensten zurückgezogen hat. Vierzig Minuten täglich will er damit sparen. Oder gewinnen. Und auch bei Rasmus lässt der Blogeintrag “Mein Tagesablauf” erahnen, dass er sich zumindest in Gedanken damit beschäftigt, was ihm die Dienste bringen bzw. wieviel Zeit er dafür “opfert”. Findet langsam ein Umdenken statt? Zurück zu den Wurzeln, quasi? Zurück zum richtigen Leben, richtigen Freunden, richtigen Gesprächen? Oder ist “richtig” schon längst nicht mehr das, was meine Generation noch darunter versteht: Real?

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